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Gesundheit schützen, impfen lassen

Egal in welchem Alter: Infektionskrankheiten können lebensbedrohend sein.
Gegen viele davon bieten moderne, gut verträgliche Impfstoffe verlässlichen Schutz. Ein guter Grund also, den eigenen Impfstatus im Auge zu behalten.

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Schutzimpfungen sind eine der wirksamsten Waffen der Gesundheitsvorsorge. Knapp 30 Krankheiten können heute damit verhindert werden. Impfungen haben weltweit bereits unzählige Leben gerettet. Besonders eindrucksvoll beweist dies der Erfolg der ersten Impfung, die es je gab – jener gegen die Pocken, der seinerzeit in Europa jährlich rund 400.000 Menschen zum Opfer gefallen waren. Ende des 18. Jahrhunderts gelang es dem Briten Edward Jenner, eine wirksame Impfung gegen Pocken zu entwickeln. Obwohl von prominenten Skeptikern wie Immanuel Kant heftig kritisiert, erwies sich Jenners Idee später als bahnbrechend. Ein 1967 gestartetes, weltweites Impfprogramm führte zum Durchbruch: 1980 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pocken für ausgerottet.

Schutzdauer beachten

Im Kindesalter ist Schutz vor Infektionskrankheiten besonders wichtig. Allerdings: Impfen bleibt lebenslang eine effektive Maßnahme – Auffrischungen inklusive, weil die meisten Impfstoffe begrenzte Schutzdauer haben. Zudem wird das Immunsystem im Alter schwächer. Dann tut Unterstützung gegen gefährliche Infektionen wie Keuchhusten oder Influenza Not.

Für Kinder kostenlos

In Österreich sind die wichtigsten Impfungen für Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr gratis. Trotzdem ist die Impfbeteiligung nicht hoch genug, um neue Ausbrüche zu verhindern, wie sich jüngst zeigte: Anfang April 2019 waren österreichweit bereits 60 Masernfälle bekannt. 2018 waren es ganzjährig nur 77. Häufigste Komplikationen: Lungen- und Mittelohrentzündung. Besonders gefürchtet: Masernenzephalitis (Gehirnentzündung). Schon zwei Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) bieten sicheren Schutz. Fehlende Impfungen können in jedem Alter nachgeholt werden. Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene kostenfrei erhältlich.

Erwiesener Nutzen, verwirrende News

Ein Grund mangelnder Impfbeteiligung seien widersprüchliche Informationen, die Impf-Skepsis schüren, analysiert etwa Internistin und Bundeselternverband-Präsidentin Susanne Schmid: Eltern würden im Internet laufend mit vermeintlichen Fakten konfrontiert, die Laien nicht von tatsächlichen unterscheiden können. Um jenen „Herdenschutz“ zu erreichen, der Krankheiten ausrotten kann, bedürfe es einer hohen Durchimpfungsrate, Egal in welchem Alter: Infektionskrankheiten können lebensbedrohend sein. Gegen viele davon bieten moderne, gut verträgliche Impfstoffe verlässlichen Schutz. Ein guter Grund also, den eigenen Impfstatus im Auge zu behalten. Gesundheit schützen, impfen lassen warnt Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Med-Uni Wien: „Nur, wer sich selbst schützt und impfen lässt, schützt auch die Menschen im persönlichen Umfeld“.

Angst vor Impfschäden ist nicht angebracht, betonen Experten der Abteilung für Sozial- und Präventivmedizin der Med-Uni Wien. Überforderung des Immunsystems sei ausgeschlossen, weil Impfstoffe mit abgetöteten oder abgeschwächten Erregern lediglich wie „Training“ wirken. Moderne Impfstoffe sind sehr gut verträglich, Nebenwirkungen extrem selten.

Experten-Empfehlungen

In Österreich erstellt ein Experten-Gremium Impfempfehlungen, die sich im „Österreichischen Impfplan“ finden. Sie basieren auf dem jüngsten Stand der Wissenschaft und werden ständig auf Veränderungen im Vorkommen von Infektionskrankheiten zugeschnitten.

Quellennachweis: SVA-Magazin 'News 20/2019' - 'G'sunheit - 3/2019'